Anglerurlaub Schweiz

Top 10 fehler beim angeln, die auch erfahrene schweizer fischer noch machen

Top 10 fehler beim angeln, die auch erfahrene schweizer fischer noch machen

Top 10 fehler beim angeln, die auch erfahrene schweizer fischer noch machen

Auch nach Jahrzehnten am Wasser ertappe ich mich immer wieder bei denselben Denkfehlern. Und wenn ich mit anderen Schweizer Fischern unterwegs bin – ob am Walensee, an der Aare oder an einem kleinen Bergsee im Wallis – sehe ich: Viele dieser Fehler ziehen sich quer durch alle Erfahrungsstufen.

In diesem Beitrag zeige ich dir zehn typische Fehler, die auch erfahrene Schweizer Angler immer wieder machen – und vor allem, wie du sie konkret vermeiden kannst. Ohne Schnickschnack, dafür mit Beispielen aus der Praxis.

Falsche Spotwahl bei guten Bedingungen

Erfahrene Fischer verlassen sich gerne auf ihre „Stammplätze“. Das Problem: Fische halten sich nicht an unsere Gewohnheiten. Sie folgen Nahrung, Sauerstoff und Temperatur – nicht unseren Erinnerungen.

Typische Situation: Perfekter Morgen am See, leichter Wind, etwas Wellenkräuselung. Eigentlich ideale Bedingungen. Trotzdem bleibt der Kescher leer, weil du:

Was du besser machst:

Auch Profis machen hier denselben Fehler: Sie bleiben aus Bequemlichkeit am falschen Platz zu lange stehen.

Zu dicke Schnur „für alle Fälle“

„Lieber etwas stärker, man weiss ja nie“ – dieser Gedanke kostet jedes Jahr etliche Fische. Gerade in klaren Schweizer Gewässern ist die Schnurstärke oft entscheidend.

Was ich häufig sehe:

Folgen:

Praxisorientierte Richtwerte für Schweizer Verhältnisse:

Die Kunst ist, so dünn wie möglich und so stark wie nötig zu fischen – nicht umgekehrt.

Köderwechsel statt Systemwechsel

Viele erfahrene Fischer verfallen in einen Reflex: Wenn nichts geht, wird der Köder gewechselt. Dann der nächste, dann wieder einer – aber:

Nur die Farbe oder der Wobbler-Typ wechselt selten das Blatt allein, wenn das System nicht passt.

Was du stattdessen variierst:

Ein Beispiel vom Zürichsee: Stundenlang ohne Biss mit mitteltief laufenden Wobblern beim Schleppen. Der Gamechanger war nicht der Farbwechsel – sondern 10–15 Meter mehr Tiefe mit Vorschaltblei. Plötzlich waren die Fische da.

Ignorieren von Kleinstsignalen am Wasser

Je erfahrener wir werden, desto öfter glauben wir: „Ich kenne diesen See/Fluss, ich weiss wie es läuft.“ Dabei übersehen wir:

Das sind oft Hinweise auf:

Ein Beispiel von der Aare: Ein schwacher Wirbel hinter einem scheinbar unspektakulären Stein. Fast unsichtbar. Dort habe ich schon mehr kapitale Barben gefangen als an manch „perfekter“ Rausche. Die Devise: Öfter mal stehen bleiben, beobachten, bevor du einfach „deine“ Bahn abfischst.

Wetter und Wasserwerte unterschätzen

„Heute ist Samstag, also gehe ich fischen“ – verständlich, aber nicht immer schlau. Viele Fischer schauen nicht:

Typische Fehler:

Praktische Tipps:

Schlechte Vorbereitung und Materialpflege

Erfahrene Fischer besitzen oft viel Material – aber nicht alles ist fischbereit. Die Folge: Ausgerechnet der eine Tag mit Top-Bedingungen wird verschenkt, weil:

Das sind keine Anfängerprobleme, sondern Klassiker bei viel genutztem Tackle.

Routine, die ich selbst anwende:

Gerade bei starken Fischen wie Seeforellen oder Hechten ist Materialversagen oft hausgemacht – und vermeidbar.

Zu wenig Anpassung an Schweizer Reglemente

Die Schweizer Fischereigesetze sind kantonal unterschiedlich und teilweise komplex. Viele erfahrene Fischer glauben: „Ich kenne die Regeln.“ Dann werden sie überrascht von:

Gefährlich wird es, wenn Routine zu Nachlässigkeit führt. Beispiele:

Was du tun solltest:

Das schützt nicht nur vor Bussen, sondern ist auch eine Frage von Respekt gegenüber Fischbestand und Fischerei-Rechten.

Falscher Umgang mit Fang und Fangquoten

Ein Fehler, der nicht nur den Erfolg, sondern auch das Gewissen betrifft: Wir nehmen entweder zu viel oder das Falsche mit. Selbst erfahrene Fischer:

In vielen Schweizer Gewässern sind grosse Laichfische wichtig für den Bestand. Gleichzeitig gehören massige Fische auch mal in die Pfanne – aber mit Augenmass.

Praktische Leitlinien:

Der Fehler liegt selten im Einzelfall, sondern in der Summe vieler schlechter Entscheidungen über eine Saison hinweg.

Überkomplexe Montagen und Köderorgien

Mit wachsender Erfahrung wächst oft auch der Köder- und Montagen-Fuhrpark. Das kann helfen – oder bremsen. Häufig sehe ich:

Ein Beispiel aus der Praxis: Am Bergsee mit der Hegene auf Saibling. Einige Fischer fischen 5–6 Nymphen, verschiedenste Farben, Perlen, alles wild gemischt. Daneben einer mit drei identischen, dezent gefärbten Nymphen – und der fängt konstant.

Was meistens besser funktioniert:

Überkomplexität beruhigt oft nur unser Ego – die Fische überzeugt meistens das einfache, sauber präsentierte Angebot.

Kein systematisches Lernen aus eigenen Fängen

Viele erfahrene Fischer erinnern sich grob: „Da habe ich mal eine schöne Seeforelle gefangen… irgendwann im Frühling.“ Aber ohne Details ist dieses Wissen wenig wert.

Verschenkt wird:

Ich empfehle eine einfache, aber konsequente Dokumentation. Das muss kein Roman sein. Hilfreiche Daten:

Ob im Notizbuch, in einer Excel-Tabelle oder in einer simplen Handy-App: Nach zwei, drei Saisons erkennst du plötzlich klare Muster – etwa, dass deine besten Seeforellen-Fänge an bestimmten Windrichtungen oder Bewölkungszuständen passieren.

Abschliessende Gedanken: Fehler als Werkzeug nutzen

Fehler gehören zum Fischen wie der Nebel zum Herbstmorgen am See. Entscheidend ist nicht, ob wir sie machen – sondern, ob wir aus ihnen etwas ableiten.

Wenn du dich bei einigen der beschriebenen Punkte wiedergefunden hast: Das ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass du dir Gedanken machst und bereit bist, Routinen zu hinterfragen. Genau das unterscheidet einen „Fischbesitzer“ von einem wirklichen Fischer.

Beim nächsten Ansitz oder Spinnfischen in der Schweiz kannst du dir gezielt zwei, drei Aspekte vornehmen:

Am Ende sind es selten die geheimen Köder oder „Wunderplätze“, die den Unterschied machen, sondern saubere Basics, konsequent angewendet – Saison für Saison, Gewässer für Gewässer.

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